Besser als ihr Ruf – junge Menschen

Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

Sokrates

Ist der Spruch denn man als älterer Mensch zuweilen im Kopf hat, aber eigentlich nur dann wenn man eines Besseren belehrt wird. Ich habe mir in letzter Zeit den Luxus gegönnt und Mitfahrer über eine Mitfahrzentrale gesucht. Manchesmal bin auch ich mitgefahren und hatte meine Freude daran. Meine Erfahrung zeigt, es gibt zwei Gruppen von Mitfahrern, Studenten und ausländische Mitbürger. Um letztere will ich mich später einmal kümmern, also um das was ich dadurch gelernt habe.

Bei den Studenten fällt mir auf, dass nicht wirklich alle zufrieden sind mit der Art wie jetzt studiert werden muss. Das Bachelor-Studium ist sehr schulisch und hilft nicht zwingend bei der Orientierung. Positiv zeigt sich, dass die Studenten sich schon in einer recht frühen Phase darüber Gedanken machen was aus ihnen einmal werden soll. Leider und das fällt sehr deutlich auf bei den Gesprächen, sind sie dabei zum Teil mit recht wenig Phantasie gesegnet. Das mag schlicht daran liegen, dass es nur wenige Möglichkeiten gibt sich umfassend zu informieren was man alles mit einem Studium anfangen kann.

Dies kann man den Studenten kaum anlasten, zeigt doch das Frechmut-Buch von Jörg Buckmann zeigt, liegt es auch an den Personalabteilungen zu wenig nach Außen zu gehen und zu Werbung für sich zu machen.

Was mir durchgehend aus den Gesprächen in Erinnerung bleibt, ist die Offenheit mit der die Arbeitswelt betrachtet wird. Als eine Welt der Möglichkeiten, in der man gleichzeitig bestehen und sich ausprobieren möchte. Viele Gespräche drehen sich darum, dass zunächst einmal noch die Welt bereist wird (6 Monate Sabbatical in Asien, Social Working in Chile, Jakobsweg) und gleichzeitig die Kontakte aus den Auslandsaufenthalten zu stabilisieren. Ein recht großer Teil hat nämlich schon einen Teil der Welt innerhalb eines Auslandssemesters besucht und bleibt daher offen für Neues.

Mir ist es auf der einen Seite eine Freude zu sehen wie fleissig, offen und strebsam diese jungen Menschen sind und andererseits erschreckt es mich zu sehen wie wenig sie zum Teil wissen wie ihre Zukunft aussehen wird. Dabei sind sie nicht voller Angst, sondern es herrscht Ungewissheit. Daher entscheiden sie sich für „klassische“ Karrieren, was auch immer dies in heutiger Zeit bedeuten mag.

Dennoch kann man Sokrates recht geben, es gibt sicher auch eine Jugend die ist wie er sie beschreibt, nur sind nicht alle so – oder doch? Trage ich eine zu positive Brille?


02. Mai 2014 von Claus F. Berthold
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