Busfahren ist das neue Schwarz

Ich mag München sehr gern. Nur die Entfernung nervt auf Dauer etwas. Speziell mit dem Wagen ist es eine recht unproduktive Zeit. Um mich abzulenken, habe ich mir die letzten Male über die Seite Mitfahrgelegenheit.de Beifahrer besorgt. Ich hatte spannende Gespräche, musste dennoch am Steuer sitzen und konnte nichts machen.

Für dieses Wochenende stand wieder eine Tour nach München an, diesmal wollte ich aber die Fahrtzeit nutzen um zu arbeiten und dabei nicht den Zug nehmen (ich will jetzt nichts dazu sagen, das xaver angekündigt war und dies für die Bahn bedeutete „Verzögerung im Betriebsablauf“). Einfach mal was neues wagen und einen Fernbus ausprobieren. So stand ich am Donnerstag gegen 16:20 Uhr in Wiesbaden gegenüber des Bahnhofs an einem MEINFERNBUS.DE Bus. Als zweiter Fahrgast, wurde ich dann noch mit Namen begrüßt (ist mir im Zug noch nicht passiert) und hatte freie Platzwahl. Schnell noch einen Kaffee aus dem Bahnhof geholt – Kaffee im Bus soll es jetzt bald auch geben – und bequem gemacht.

Pünktlich um 16:30 Uhr ging es los und keine zwei Stunden später waren wir auch schon auf der A3 unterwegs in Richtung Süden. ??? Zum Glück brauchte ich ein Nickchern, die Rumkurverei Wiesbaden HBF -> Mainz HBF -> Frankfurt Flughafen -> Frankfurt HBF hätte mich doch ziemlich aufgeregt. Für das nächste Mal, und das wird es geben, überlege ich mir erst am Frankfurter Bahnhof einzusteigen. Da warteten allerdings schon einige Gäste mehr auf uns, wobei dies nicht dazu führte, dass der Bus ausgebucht war.

Gegen Stau kann man nichts machen, wenn man nicht selbst am Steuer sitzt bedeutet dies aber Zeit zum Arbeiten, was recht gut von der Hand ging. Ausreichend Platz  und Licht ohne jemand anderen damit zu belästigen. Stelle mir das aber schwierig vor wenn der Bus voll belegt ist. Der Stau wurde nicht zum Hindernis, sondern störte nicht im Geringsten, mehr noch das Nervenkostüm wurde geschont weil ich mich darum nicht kümmern musste.

Der Bus hilft die Reise entspannter anzugehen als z.B. im Zug oder im Flieger, weil die äußeren Einflüsse präsenter und transparenter sind. Ein Stau ist von jedem zu beurteilen, schlechtes Wetter braucht keine Erklärung, aber „Verzögerung im Betriebsablauf“ kann alles oder nichts bedeuten. Da man das Steuer buchstäblich aus der Hand gibt, kann man sich also der Illusion hingeben nicht mehr verantwortlich zu sein. Das beruhigt und läßt die Fahrt zur Erholung werden.

Das Bus fahren zu mehr Demokratie führen kann erzählt Enrique Peñalosa, ehemaliger Bürgermeister von Bogota, in einem TED-Vortrag.

Mich hat der Bus mit 10 Minuten Verspätung nach München gebracht, ich konnte in Ruhe arbeiten, hatte niemanden der mir an jedem Bahnhof erzählt, wie dankbar er für meine Mitreise ist. Werde es wieder machen, auch wenn der Bus für die Strecke 6,5Std. gebraucht hat. Dafür waren meine Hände frei zu schreiben und mein Kopf zu denken.

Kaum schaut man bei einem Thema hin, sieht man mehr, wie den obigen Vortrag oder das Gewinnspiel bei Flixbus (Dank an Heiko Bartlog für den Hinweis).

Bus fahren ist eine preiswerte (22 € für die Strecke Wiesbaden – München), entspannende und ökologisch nicht unsinnige Art zu Reisen. Für mich eine echte Alternative um von A nach B zu kommen. Wie sieht es aus, bin ich mit meiner Meinung allein?


07. Dezember 2013 von Claus F. Berthold
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