Schluss mit Honig

Mein Honiglieferant ist verstorben, was ich bedauere. Der Mann war über 80, zum Glück nicht schwer krank, sondern ist plötzlich gestorben.

Aber darum geht es nicht, sondern um „Honig ums Maul schmieren“. Hören Sie auf damit es lohnt sich  nicht. Ich stelle immer mehr fest, dass die Bewerber aber auch die Unternehmen vorsichtiger agieren. Alles ist Angreifbar, jede Äußerung wird auf die Goldwaage gelegt um keinesfalls etwas Falsches zu tun.

Bewerber formulieren Ihr Anschreiben drei-fünfmal neu um abgestimmt auf das Unternehmen die Motivation darzustellen. Überdenken den Lebenslauf und lassen diesen gegebenenfalls von Experten verschönern/verbessern.

Den Unternehmen ist es nicht mehr genug die Rechtschreibfehler in Anzeigen zu korrigieren, nein politisch korrekt und rechtssicher müssen sie sein.

Warum darf ein Bewerber nicht einfach etwas über seine Motivation schreiben? Dabei muss er nicht das Unternehmen aus den Augen verlieren bei dem er sich bewirbt, aber in erster Linie ist wichtig zu sehen was diesen Menschen antreibt.

Unternehmen müssen dahin kommen zu sagen was sie für einen Mitarbeiter suchen. Die notwendige Qualifikation steht dabei aber nicht als Hauptinteresse, sondern passt der Mensch ins Unternehmen? Wie viel Zeit würde damit gespart?

Ein Bewerber muss auch einfach mal schreiben dürfen, dass er nicht Karriere machen, sondern einfach nur sauber seinen Job erledigen, um 17 Uhr Feierabend haben und danach seine Freizeit genießen will. Es gibt immer noch ausreichend Menschen die gerne Indianer sind und nicht mal die Idee haben Häuptling zu werden.

Unternehmen können nicht funktionieren wenn es nur Aufsteiger gibt und aus allen Indianern Häuptlinge werden sollen. Es ist sicher nicht notwendig zu schreiben das mit einer Position keine Aufstiegschancen verbunden sind, aber warum nicht erklären das man ein fleißiges Bienchen sucht und keinen Karrieristen.

Womit wir wieder beim Honig sind. Wenn ich sage die Bewerber und Unternehmen sollen offener miteinander reden, sich also weniger Honig ums Maul schmieren, bleibt mehr Honig für mich, aber wo kaufe ich den jetzt ein?

edit: Natürlich sollte es im drittletzten Absatz „nicht mal die Idee haben Häuptling zu werden“ habe ich jetzt geändert – danke für den Hinweis.


15. Februar 2012 von Claus F. Berthold
Kategorien: Geschichten | Schreibe einen Kommentar

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