Eine Webseite, wie ich sie nicht sehen möchte

„Du, eine Bekannte von mir hat sich eine Webseite machen lassen und hat da ein Problem.“ Oh, oh, ruhig bleiben und erst mal nichts sagen. „Auf dem Handy oder iPad sieht es okay aus, aber an einem Rechner ist der Rand rechts so unglaublich breit. Die ‘Designerin’ kann sich das auch nicht erklären, hast Du eine Idee?“

JA, HABE ICH. DIE DESIGERIN HAT SO VIEL AHNUNG VON WEBSEITEN, WIE ICH VOM POSAUNE BLASEN!

Da es sich um einen guten Freund handelte, der mich fragte, war ich gerade auf der besagten Webseite (weil es ein sehr guter Freund ist, gibt es hier auch keinen Link auf die Seite). Meine erste Idee, bevor ich auf die Seite ging, war, dass er sich vermutlich um einen Fehler im Javascript zur Abfrage des Endgerätes handelt, wodurch aufs falsche Stylesheet verwiesen wird. (Keine Panik, das war der technischste Teil). Kann ja mal passieren. Man denkt, man hat schon alles gesehen – und dann sieht man so etwas.

Ich dachte nicht, dass dies im Jahr 2014 noch möglich ist: Die Seite besteht komplett aus Bildern! Wenn ich sage komplett, meine ich komplett: Es gibt kein Stück Text auf der Seite! Noch mal: keinen, also null, überhaupt gar keinen Fitzel, nicht die Spur, nicht eine Idee von Text! Das klingt jetzt für den Laien nicht schlimm. Ist es aber. Denn: Wollte man die Seite googeln, würde man sie nicht finden, weil Google die Seite nicht indexieren kann (wo nichts ist, was ich in den Index aufnehmen kann, da kann ich nichts aufnehmen). Das bedeutet: Die Seite ist quasi nicht existent (google steht hier als Platzhalter für alle Suchmaschinen).

Ist doch nicht schlimm, die Seite sieht doch hübsch aus.

Doch es ist sogar sehr schlimm, weil die Designerin ihre Kundin betrogen hat. Was sie angeboten hat, war eine funktionierende, zielgruppenorientierte Webseite. Was sie verkauft hat, ist eine zusammengeschusterte Ansammlung von mittelmäßig bearbeiteten Bildchen, die nichts für die Kundin erreichen werden. Okay, ich lebe in einer Filterblase und beurteile Webseiten aus einer professionellen Sicht. Dabei kann man sich im Streit über Kleinigkeiten verlieren und Nicht-Filterblasenmitglieder leicht abhängen. Aber hierbei geht es nicht um die technischen Unzulänglichkeiten der Webdesignerin, sondern darum wie „Internetagenturen“ die Unwissenheit von Kleinstunternehmen ausnutzen, um Geld zu verdienen [wobei mir spontan drölf große Unternehmen einfallen, die von ihrer Agentur übers Ohr gehauen wurden]. Diese Diskussion wurde bei Kerstin Hoffmann vor ein paar Tagen schon heftig geführt.

Da fahre ich zur Content Strategy Forum Conference oder dem BarCamp Köln oder der heute startenden #demexco, um zu überlegen, zu lernen, wie man das Internet nutzen kann, wie man Geschichten erzählen kann, um Kunden zu locken, sie zufriedenzustellen, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, es insgesamt besser zu machen – und dann gibt es immer noch Agenturen, die einen solchen Mist produzieren.

Das Firmenfahrzeug bitte ohne Motor und Räder

Natürlich braucht ein Kleinunternehmen keine ausgefeilte Internet-Strategie mit Redaktionsplan für alle gängigen Social Media Kanäle, einen Community Manager, Richtlinien für Mitarbeiter etc. (auch da gibt es Ausnahmen). Aber keiner würde ein Firmenfahrzeug bestellen ohne Motor und Räder, wenn es geht aus Pappe, dafür aber günstig. Genau dies passiert aber immer noch häufig genug in dem Segment der Angebote für Kleinunternehmen. Auch mit einem kleinen Budget kann man sich eine Webseite erstellen lassen und diese betreiben. Es ist sogar möglich, damit Geld zu verdienen und dies mit geringem Aufwand (ich sage nicht ohne Aufwand). Ich hätte es begrüßt, wenn mein Freund, bzw. seine Bekannte mich vorher gefragt hätte. Alternativ ein wenig im Internet geschaut hätte, was es da so gibt. Ich möchte überhaupt nicht, dass jemand sich nicht seine Webseite aus einem Baukastensystem für 20 € im Monat zusammenbaut. Da können auch nicht professionelle Bilder dabei sein, oder das Design so lala. Das hat dann sicher Potenzial und da lässt sich was machen. Aber bitte vorher fragen, bevor man Geld dafür ausgibt. Vielleicht mal jemanden Unabhängigen fragen, der einem nur die Beurteilung, die Information verkaufen will und sonst nichts.

Es gibt wunderbare, kostengünstige Hilfen zur Webseitenoptimierung, wie onpage.org oder shoplupe oder seitwert oder, oder, oder. Diese Hilfen sind hoch professionell und in der Grundausstattung komplett standardisiert, daher in einem Preisrahmen, der bezahlbar ist. Wer mehr will, kann auch mehr bezahlen, kein Problem, muss aber nicht sein.

Hatte ich erwähnt, dass ich auch so etwas anbiete? Das habe ich dann hiermit. Also einfach anrufen 0170-2062623

P. S.: So, jetzt schreibe ich noch die Mail an den Freund, damit er sie an seine Bekannte weiter leiten kann. Frage mich, was sie für ein Gesicht machen wird.

10. September 2014 von cfb
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Existenzgründung ohne Schnickschnack

Letzte Woche Donnerstag hat die Wirtschaftsförderung Rhein Lahn zum 9. Forum Existenzgründung und -sicherung geladen. Dort ging es einmal nicht wie sonst üblich in meiner Filterblase um Internet, Multimedia, Soziale Netzwerke etc., sondern um konkrete Hilfen bei dieser Herausforderung. Im großen Sitzungsaal des Bad Emser Kreishauses wurden wir von Landrat Frank Puchtler begrüßt. Mir gefiel die hemdsärmelige Herangehensweise die mehr den Gründergeist der Zuhörer als die Taten des Redenden in den Vordergrund stellte.

Herr Schäfer von der Handwerkskammer Koblenz stellte sich, seine Kollegen und die Hilfen die Existenzgründer von diesen zu erwarten haben in einem knackigen Vortrag vor. Jeder gründende Handwerker sollte hier das Gespräch suchen, gibt es doch für jedes Problem einen Ansprechpartner und dies kostenfrei.

Kosten und Geld waren die Themen der nächsten beiden Vorträge. Zum einen etwas über Fördermöglichkeiten für Existenzgründung von Hagen Laux aus der Naspa und zum anderen von Frank Kaltheier der uns den ein oder anderen steuerlichen Fallstrick zeigte.

Weniger Fallstricke, mehr Wegweiser und Hilfen gab es beim Vortrag von Ramazan Bilkizi von der Volksbank. Dieser wurde gefolgt von Unternehmensberater Günter Funk, der seinen rasanten Vortrag unter das Motto:“Wer nicht wirbt, der stirbt!„, stellte.

Insgesamt eine Veranstaltung die viele Anregungen bot, die es zu vertiefen gilt. Was fehlte wäre noch ein Vortrag zum Thema „wie kann man das Internet bei einer Existenzgründung sinnvoll einsetzen?“ Ich dachte dabei an mich als Vortragenden, gleich mal mit Herrn Matern von der WFG besprechen. Vielleicht schon am Mittwoch, denn dann treffen im Kreishaus ein paar der Existenzgründer mit der WFG und Herrn Funk zusammen um konkret zu schauen was die Pläne zur Existenzgründung wert sind.

p.s.: Die Folien zu den Vorträgen sollen auf der WFG-Seite zu finden sein…

 

 

28. Juli 2014 von Claus F. Berthold
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Gewonnen! Ticket zur Content Strategy Forum Conference 2014

Irgendwann im letzten Monat war ich bei einem Twittwoch in Frankfurt und habe dabei verschiedene Menschen kennen gelernt. Unter anderen auch die Organisatoren des Social Media Club Frankfurt. Wenn einem gefällt was bestimmte Menschen machen, sollte man schauen was sie sonst noch so machen, daher landete der SMCFFM in meinem Feedreader. In der letzten Woche lobte man dann im Blog ein Ticket für die Content Strategy Forum Conference aus.

Content Strategy Forum Conference 2014

Was soll ich sagen, ich habe es gewonnen und so kann ich mich am 2. und 3. Juli mit spannenden Menschen treffen die zum Thema Content Strategy etwas zu sagen haben. Freue mich und werde berichten. Diesen Beitrag schreibe ich natürlich auch um darauf hin zu weisen, das dort noch Tickets zu haben sind zwinker zwinker.

Vielleicht sehen wir uns dort.

20. Juni 2014 von Claus F. Berthold
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Buchbesprechung „Social Media für Freiberufler und Kleinunternehmen“ von Stephan Koß

Das Geleitwort kommt von Konstantin Guericke und bringt es schnell auf den Punkt, elektronische Netzwerke sind kein Hobby sondern Arbeitswerkzeug.

Der Autor Stephan Koß ist seit Jahren in Netzwerken unterwegs und betreibt das Blog linkedininsiders. Als Unternehmensberater hat er nicht nur die Konzerne im Blick, sondern auch den Handwerker und Einzelkämpfer. Dies ist auch der Faden der sich durch sein gut gegliedertes Handbuch schlängelt. Immer wieder zeigt er mit praktischen Beispielen wie die Welt von Selbständigen aussehen kann wenn sie sich social media zuwenden. Dies unterteilt in 12 große Themenblöcke die vom Allgemeinen (Was bringt Social Media), bis zum Speziellen (Rechtliche Rahmenbedingungen) reichen. Jedes Kapitel schließt dabei mit einer Checkliste ab und zielt immer wieder auf den Kleinunternehmer/Selbständigen. In Tabellenform zeigt Koß wie die einzelnen Teilbereiche für den Einzelnen runter gebrochen werden können. Man merkt jeder Seite an, dass es von einem Praktiker geschrieben wurde. Alles ist verständlich geschrieben, damit die Zielgruppe auch ohne Social Media Studium versteht, was getan werden muss um sichtbarer zu werden.

Der Autor nimmt uns mit bei seinen Überlegungen und versteht es stets einen Bezug zum realen Leben herzustellen. Das Layout ist ansprechend und stellt das wichtigste in den Vordergrund. Es geht nicht um die richtige Philosophie oder die grundsätzlichen Überlegungen ob man Social Media machen sollte. Mit diesem Buch werden Laien an die Hand genommen im Dschungel der Sozialen Netze. Wer für sich und sein Unternehmen eine Anleitung sucht, ist hier genau richtig. Stephan Koß schreibt, „machen Sie das und das“ ohne auf Programmebene abzusinken. Er erklärt aber die Wichtigkeit einer Homepage, die Vor- und Nachteile einer Präsenz bei Facebook, warum man einen Linkedin-Account haben sollte (wobei dies bei seinem Background nicht verwundert). Aber er rät auch ab, bzw. sagt dass es Netzwerke gibt die sich für bestimmte Gruppen mehr eigenen als andere.

Insgesamt ein Praxis-Handbuch, welches den Anfänger bei allen Überlegungen zur Frage:“Was bringt mir Social Media und wie soll ich es nutzen?“ an die Hand nimmt und Antworten gibt. Antworten die direkt umgesetzt werden können. Mit dem Buch kann z.B. ein Handwerker an einem Wochenende den Plan für seine Präsenz in Social Media aufsetzen und sich direkt an deren Umsetzung trauen.

Das Buch ist nichts für Profis die über bestimmte Techniken mehr wissen wollen. Zielgruppe sind Kleinunternehmer die ihr Wissen in dem Bereich soweit aufbauen wollen um Entscheidungen zu treffen.

Es ist eine Empfehlung, lesen Sie es um mitreden zu können und den Dienstleistern sagen zu können was genau sie von ihnen wollen.

Stephan Koß
Social Media für Freiberufler und Kleinunternehmen
sybex Verlag
isbn 978-3-527-760033-6

19. Mai 2014 von Claus F. Berthold
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Besser als ihr Ruf – junge Menschen

Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

Sokrates

Ist der Spruch denn man als älterer Mensch zuweilen im Kopf hat, aber eigentlich nur dann wenn man eines Besseren belehrt wird. Ich habe mir in letzter Zeit den Luxus gegönnt und Mitfahrer über eine Mitfahrzentrale gesucht. Manchesmal bin auch ich mitgefahren und hatte meine Freude daran. Meine Erfahrung zeigt, es gibt zwei Gruppen von Mitfahrern, Studenten und ausländische Mitbürger. Um letztere will ich mich später einmal kümmern, also um das was ich dadurch gelernt habe.

Bei den Studenten fällt mir auf, dass nicht wirklich alle zufrieden sind mit der Art wie jetzt studiert werden muss. Das Bachelor-Studium ist sehr schulisch und hilft nicht zwingend bei der Orientierung. Positiv zeigt sich, dass die Studenten sich schon in einer recht frühen Phase darüber Gedanken machen was aus ihnen einmal werden soll. Leider und das fällt sehr deutlich auf bei den Gesprächen, sind sie dabei zum Teil mit recht wenig Phantasie gesegnet. Das mag schlicht daran liegen, dass es nur wenige Möglichkeiten gibt sich umfassend zu informieren was man alles mit einem Studium anfangen kann.

Dies kann man den Studenten kaum anlasten, zeigt doch das Frechmut-Buch von Jörg Buckmann zeigt, liegt es auch an den Personalabteilungen zu wenig nach Außen zu gehen und zu Werbung für sich zu machen.

Was mir durchgehend aus den Gesprächen in Erinnerung bleibt, ist die Offenheit mit der die Arbeitswelt betrachtet wird. Als eine Welt der Möglichkeiten, in der man gleichzeitig bestehen und sich ausprobieren möchte. Viele Gespräche drehen sich darum, dass zunächst einmal noch die Welt bereist wird (6 Monate Sabbatical in Asien, Social Working in Chile, Jakobsweg) und gleichzeitig die Kontakte aus den Auslandsaufenthalten zu stabilisieren. Ein recht großer Teil hat nämlich schon einen Teil der Welt innerhalb eines Auslandssemesters besucht und bleibt daher offen für Neues.

Mir ist es auf der einen Seite eine Freude zu sehen wie fleissig, offen und strebsam diese jungen Menschen sind und andererseits erschreckt es mich zu sehen wie wenig sie zum Teil wissen wie ihre Zukunft aussehen wird. Dabei sind sie nicht voller Angst, sondern es herrscht Ungewissheit. Daher entscheiden sie sich für „klassische“ Karrieren, was auch immer dies in heutiger Zeit bedeuten mag.

Dennoch kann man Sokrates recht geben, es gibt sicher auch eine Jugend die ist wie er sie beschreibt, nur sind nicht alle so – oder doch? Trage ich eine zu positive Brille?

02. Mai 2014 von Claus F. Berthold
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Busfahren ist das neue Schwarz

Ich mag München sehr gern. Nur die Entfernung nervt auf Dauer etwas. Speziell mit dem Wagen ist es eine recht unproduktive Zeit. Um mich abzulenken, habe ich mir die letzten Male über die Seite Mitfahrgelegenheit.de Beifahrer besorgt. Ich hatte spannende Gespräche, musste dennoch am Steuer sitzen und konnte nichts machen.

Für dieses Wochenende stand wieder eine Tour nach München an, diesmal wollte ich aber die Fahrtzeit nutzen um zu arbeiten und dabei nicht den Zug nehmen (ich will jetzt nichts dazu sagen, das xaver angekündigt war und dies für die Bahn bedeutete „Verzögerung im Betriebsablauf“). Einfach mal was neues wagen und einen Fernbus ausprobieren. So stand ich am Donnerstag gegen 16:20 Uhr in Wiesbaden gegenüber des Bahnhofs an einem MEINFERNBUS.DE Bus. Als zweiter Fahrgast, wurde ich dann noch mit Namen begrüßt (ist mir im Zug noch nicht passiert) und hatte freie Platzwahl. Schnell noch einen Kaffee aus dem Bahnhof geholt – Kaffee im Bus soll es jetzt bald auch geben – und bequem gemacht.

Pünktlich um 16:30 Uhr ging es los und keine zwei Stunden später waren wir auch schon auf der A3 unterwegs in Richtung Süden. ??? Zum Glück brauchte ich ein Nickchern, die Rumkurverei Wiesbaden HBF -> Mainz HBF -> Frankfurt Flughafen -> Frankfurt HBF hätte mich doch ziemlich aufgeregt. Für das nächste Mal, und das wird es geben, überlege ich mir erst am Frankfurter Bahnhof einzusteigen. Da warteten allerdings schon einige Gäste mehr auf uns, wobei dies nicht dazu führte, dass der Bus ausgebucht war.

Gegen Stau kann man nichts machen, wenn man nicht selbst am Steuer sitzt bedeutet dies aber Zeit zum Arbeiten, was recht gut von der Hand ging. Ausreichend Platz  und Licht ohne jemand anderen damit zu belästigen. Stelle mir das aber schwierig vor wenn der Bus voll belegt ist. Der Stau wurde nicht zum Hindernis, sondern störte nicht im Geringsten, mehr noch das Nervenkostüm wurde geschont weil ich mich darum nicht kümmern musste.

Der Bus hilft die Reise entspannter anzugehen als z.B. im Zug oder im Flieger, weil die äußeren Einflüsse präsenter und transparenter sind. Ein Stau ist von jedem zu beurteilen, schlechtes Wetter braucht keine Erklärung, aber „Verzögerung im Betriebsablauf“ kann alles oder nichts bedeuten. Da man das Steuer buchstäblich aus der Hand gibt, kann man sich also der Illusion hingeben nicht mehr verantwortlich zu sein. Das beruhigt und läßt die Fahrt zur Erholung werden.

Das Bus fahren zu mehr Demokratie führen kann erzählt Enrique Peñalosa, ehemaliger Bürgermeister von Bogota, in einem TED-Vortrag.

Mich hat der Bus mit 10 Minuten Verspätung nach München gebracht, ich konnte in Ruhe arbeiten, hatte niemanden der mir an jedem Bahnhof erzählt, wie dankbar er für meine Mitreise ist. Werde es wieder machen, auch wenn der Bus für die Strecke 6,5Std. gebraucht hat. Dafür waren meine Hände frei zu schreiben und mein Kopf zu denken.

Kaum schaut man bei einem Thema hin, sieht man mehr, wie den obigen Vortrag oder das Gewinnspiel bei Flixbus (Dank an Heiko Bartlog für den Hinweis).

Bus fahren ist eine preiswerte (22 € für die Strecke Wiesbaden – München), entspannende und ökologisch nicht unsinnige Art zu Reisen. Für mich eine echte Alternative um von A nach B zu kommen. Wie sieht es aus, bin ich mit meiner Meinung allein?

07. Dezember 2013 von Claus F. Berthold
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Kharmasutra für die Wirtschaft

Endlich bin ich gestern dazu gekommen „Wunder muss man selber machen“ von der @manomama Wundermacherin Sina Trinkwalder zu besprechen. Wie ich schon twitterte von der ersten bis zur letzten Seite lesenswert.

Wunder muss man selber machen

Ein Wirtschaftsbuch

Vorneweg, bevor ich dazu komme was ich an dem Buch mag, zwei Dinge.
1. Man merkt das Frau Trinkwalder eine Werberin war/ist und verkaufen kann, sowohl ihre Geschichte als auch sich selbst.
2. Der Inhalt ist grob die Geschichte von manomama einer ökologisch sozialen Textilfabrik am Standort Augsburg von den Anfängen bis heute.

Was mich wirklich angesprochen hat, sind die vielen verschiedenen Ebenen auf denen das Buch wirkt. Zunächst ist es einfach mal die Geschichte einer Frau die ein, besser zwei Erweckungserlebnisse hat und darauf hin ihr Leben umwirft. Je nach Blickwinkel kann das eine Selbstfindungsgeschichte werden, ein Heldinnenepos, ein Märchen oder eine Wundererzählung (abends erzählt an Lagerfeuern der Wirtschaft vulgo: Preisverleihungsveranstaltungen).

Es ist kein Wirtschaftsbuch im klassischen Sinne, sollte aber in keiner Wirtschafts-Bibliothek und den BWL-Prof Leseempfehlungen fehlen. Alle angehenden MBAs können hier mehr über Wirtschaft lernen als es für die KPMGs, PWCs dieser Welt gut ist. Wirtschaft ist nicht Effizienzsteigerung und Geldvermehrung, sondern etwas schaffen, etwas voranbringen. Die Altvorderen Unternehmer wie Thyssen, Krupp, Ford oder der kürzlich verstorbene Hans Riegel haben viel Geld mit ihren Mitarbeitern verdient, sehr viel Geld. Natürlich kann man über die Arbeitsbedingungen und Umstände unter denen dort teilweise gearbeitet wurde jammern, aber die Gründerväter haben gleichzeitig auch daran gedacht die Arbeitskraft ihrer Arbeiter zu erhalten. Henry Ford wusste er würde nur erfolgreich sein wenn seine Arbeiter sich die Fahrzeuge auch leisten konnten. Die Herren Thyssen und Krupp haben Arbeitersiedlungen gebaut, damit diese nach den 12 Stunden Schichten schnell daheim waren (Herr Zuckerberg macht das auch gerade…). Bei Haribo war es lange üblich dass Posten vererbt wurden, da konnten die Familien sicher sein, dass der Sohn/die Tochter auch im Laden unter kommt.
Sina Trinkwalder setzt diese Tradition fort und entwickelt sie weiter. Sie stellt den Mitarbeiter und die Leistung des Unternehmers wieder in den Mittelpunkt ihres Handels. Wenn man eine durchgängige Wertschöpfungskette transparent gestaltet, können Kunden erkennen welche Wertigkeit hinter dem Produkt steht und sind bereit den Preis dafür zu zahlen. Wenn man jemand heute sagt ökologisch soziale Kleidung, denkt jeder zunächst „teure Kartoffelsäcke“ und genau damit schafft man keinen Anreiz sich damit auseinander zu setzen. manomamas Ansatz war ein anderer wenn auch durch Zufälle geprägt und hier zeigt sich wieder die Klasse als Wirtschaftslektüre, diese Zufälle muss man nutzen.

Die Herstellung von Stoffbeuteln, brachte zum einen die Möglichkeit dem Wunder „Arbeitsplätze“ näher zu kommen, als auch viel darüber zu lernen wie eine Textilfabrik aufgebaut ist. Wie und warum und zu was das führt kann jeder selbst nachlesen. Nach dem Lernprozess kann man jetzt durchstarten und Kleidung anbieten die gut aussieht, in der Qualität überzeugt, und bezahlbar ist. Gleichzeitig werden damit knapp 200 Arbeitsplätze finanziert (zur Erinnerung, das ist Unternehmertum: eine Vision haben, sich die richtigen Menschen suchen um diese umzusetzen und von den Erträgen alle partizipieren lassen. Den Wert einer Firma dadurch steigern, dass man 5000 Menschen entlässt zeugt von Dummheit und mangelnder Phantasie).

Deswegen ist dies ein Wirtschaftsbuch, weil es zeigt wie Wirtschaft sein kann, was man/frau dazu braucht um Unternehmer zu sein. Es zeigt, dass man Gutes tun kann auch oder gerade mit einem Unternehmen. Menschen eine Beschäftigung zu geben die sie befriedigt und ernährt bringt sehr gutes Kharma. Wunder muss man selber machen zeigt wie es geht und deswegen bezeichne ich es als Kharmasutra der Wirtschaft.

Ist das jetzt eine Buchkritik geworden? Ich glaube nein, aber vielleicht hat es Interesse geweckt mehr darüber zu erfahren. Also beim lokalen Buchhändler bestellen und vielleicht mal auf die Webseite von manomama schauen. Ich selbst unterstütze manomama als manopapa und veranstalte in deren Namen „Modetreffs“ bei denen ich die Idee dieses Wirtschaften verbreite und die Mode zum anfassen gleich mitbringe (wer jetzt denkt ich mache hier einen auf Verkäufer, 50% meiner Provision geht an die Tafel in Bad Ems, der Rest dürften Spritkosten sein). Natürlich braucht manomama mich nicht um die Idee zu verbreiten, aber wie brauchen mehr manomamas bzw. Sina Trinkwalder.

24. Oktober 2013 von Claus F. Berthold
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Nichtssagende Stellenanzeigen

Es gibt sehr viele engagierte Mitarbeiter die gut ausgebildet und hochmotiviert an die Arbeit gehen. Manchmal merken sie dass es im eigenen Unternehmen nicht weiter geht – was viele verschiedene Gründe haben kann. Gleichzeitig gibt es sehr viele engagierte Unternehmen die hervorragende Arbeit leisten und sich weiter entwickeln wollen. Manchmal haben sie nicht die richtigen Mitarbeiter – was viele verschiedene Gründe haben kann.

Einer dieser Gründe wird in diesem Blogpost ganz gut verdeutlicht: „Floskel-Alarm in Stellenanzeigen

Wenn ich einen Researchauftrag annehme sind die fachlichen Qualifikationen für mich zweitrangig, mir geht es in aller erster Linie um die Frage: „Was für einen Menschen sucht das Unternehmen?“ Sucht man einen Spezialisten der eine Fachaufgabe lösen soll und dies unabhängig vom Unternehmen, allen Randbedingungen etc. oder sucht man einen Abarbeiter von Routineaufgaben, oder einen Ideengeber oder einen Anführer der eine Gruppe weiter bringt? Soll er sich ins Unternehmen einbringen oder reicht es wenn er Dienst nach Vorschrift macht?

Dies sind nur Beispiele für die Fülle von möglichen Kandidaten, und jede Ausprägung kann für ein Unternehmen passen. Aber das Unternehmen muss dies äußern.

Über die alte Form der Stellenanzeigen funktioniert dies nur selten, deswegen müssen wir diese ändern.

Ich hoffe ich ernte Kopfnicken, wenn ich sage, dass der Witz von dem 22 jährigen mit 6 Jahren Berufserfahrung davon 8 im Ausland mit einer Promotion und gerne 3-5 Fremdsprachen nicht schon sehr viele gehört haben. Diese Kandidaten mag es geben, aber sehr viele Unternehmen wo dieser auf lange Sicht hineinpasst eben nicht. Viel häufiger wird doch ein solider Arbeiter mit Engagement gesucht der es versteht zusammen mit einem Team eine Aufgabe für das Unternehmen zu lösen. Der aus einer erbrachten Leistung seine Befriedigung zieht und dafür im angemessenen Maße von seinem Arbeitgeber be- und entlohnt wird.

Umgekehrt suchen die Bewerber Unternehmen die sie annehmen und unterstützen, damit sie ihre Arbeitsleistung einbringen können. Die wenigsten Menschen möchten doch nur zur Arbeit gehen um Geld zu verdienen. Sie möchten etwas leisten.

Gelingt mir dies, habe ich mein Ziel erreicht und es geht wieder ein Mensch mit einem Lächeln zur Arbeit.

Im Moment suche ich einen jungen Menschen der, in einem internationalen Team, Modelle entwickeln und umsetzen möchte. Die Aufgabe besteht daraus sehr große Datenmengen zusammen zu führen und analysierbar zu machen. In dieser Aufgabe kann man wachsen und zwar bezüglich des Wissens als auch in der Karriere. Die Aufgabe ist nicht befristet, aber dem Arbeitgeber ist klar, in 2-5 Jahren kann es sein, dass der Mitarbeiter etwas Neues machen will. Das er dies dann im Unternehmen umsetzen kann, dafür trägt es Sorge in dem es seine Mitarbeiter schult und ins Team integriert. Das Unternehmen sitzt in der von Koblenz, zwischen Köln und Frankfurt a. Main.

Die Position nennt sich Business Intelligence Entwickler (m/w) und verlangt die übliche Fähigkeiten:

  • technisches oder mathematisches Know-How durch ein abgeschlossenes Studium oder eine abgeschlossene Ausbildung.
  • sicherer Umgang mit SQL und großen Datenmengen.
  • ETL Flüsse entwickelt oder umfangreiche Reportinglösungen umgesetzt.
  • Idealerweise Erfahrungen im Umgang mit BI-Technologien von Firmen wie Sybase, Oracle, SAS oder Microstrategy.

Analytisches Denkvermögen und strukturierte Arbeitsweise zeichnet Sie aus. Für mich ergibt sich dieser Punkt aus den vorangegangen und muss nicht extra erwähnt werden oder sehen Sie das anders?

Wenn Sie mehr über die Position wissen möchten, rufen Sie mich an +49 170 2062623 oder senden mir eine Mail cfb@clausfberthold.de dann sprechen wir darüber was in der Anzeige nicht steht und ob Sie ein Kandidat dafür sein können.

 

10. Oktober 2013 von Claus F. Berthold
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Glänzen in den Augen

Ich hatte in der letzten Woche ein sehr interessantes Gespräch mit einem jungen Mann, der in einem Job nur die Probezeit geschafft hat. Er meinte es könnte daran liegen das er zu teuer sein – sagte dies aber ohne Verbitterung – im Grunde war er damit ganz zufrieden, will sagen froh darüber. Wir sprachen über Möglichkeiten, was jetzt kommen soll. In meiner grenzenlosen Eingeschränktheit dachte natürlich er sucht jetzt wieder etwas was zu seiner Ausbildung passt. Aber er belehrte mich eines Besseren, er erzählte mir was er eigentlich machen wollte und warum er dies machen möchte. Er malte in bunten Bildern wie sein Leben aussehen könnte, auch wenn er noch nicht alles bis in kleinste Konkret ausgearbeitet hatte. Aus der Erzählung erwuchs ein Bild eines Leben, welches er zusammen mit seiner Frau führen wollte. Besonders gefreut hat mich dann zu hören dass sie seine Ideen nicht nur unterstützt, nein sie baut genau so an der Vision mit.

Das neue Leben beginnt mit einer Berufsausbildung, was bedeutet sie müssten sich finanziell einschränken. Ausbildungsplätze gibt es genug und ja das Ausbildungsjahr hat begonnen, aber das sind keine Hindernisse. Aus dem Ausbildungsberuf entwickelt sich eine Karriere der etwas anderen Art und genau diese will er machen.

Ich habe ihm geraten es zu machen und nicht mehr in seinem alten Beruf zu verharren.

Warum?

Wenn ein Mensch mir mit glänzenden Augen von seinem Traum erzählt und dieser auf einer soliden Grundlage ruht, was kann es für ein Argument geben diesen Traum nicht zu leben?

01. Oktober 2013 von Claus F. Berthold
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Vollprofis

Wieder einmal folgte ich einer Einladung der PASS Regionalgruppe Köln/Bonn/Düsseldorf ins Microsoft Gebäude nach Köln gefolgt (PASS steht für: Professional Association for SQL Server). Ich bin dem Verein aus Neugier beigetreten, um zu schauen wie ticken diese Menschen. Es sind in der Regel Spezialisten auf ihrem Gebiet und so sind die Vorträge immer auf einem hohen Niveau (soweit ich das mit meinen Wissen beurteilen kann).

Ich kann zu 70% den Inhalten folgen, da ich grob verstanden habe wie ein SQL-Server funktioniert. Nein ich kenne mich mit der Administration von SQL-Servern nicht aus, in keinster Weise. Das muss mich nicht daran hindern Mechanismen und Fragestellungen zu verstehen. Darin bin ich ganz gut. Diese Gruppe erlaubt mir zu sehen womit sich Unternehmen beschäftigen und welche Probleme wo auftauchen. Dabei ist mir wichtig und dies ist einer der Gründe warum ich dort hingehe, das ich bestimmte Sachverhalte auch auf andere Gebiete runter brechen kann.

Zwar mag das Aufgabengebiet eines Softwareentwicklers im Java-Umfeld ein anderes sein, aber die Art und Weise wie diese Aufgaben erledigt werden können und welche Fragestellungen sich daraus ergeben, lassen sich verallgemeinern. Ich ziehe aus den Vorträgen auf zweierlei weise meinen Nutzen, zum einen Inhaltlich, zum anderen in der Art und Weise wie darüber diskutiert wird.

De facto ist es für mich immer ein Gewinn, Vollprofis bei der Arbeit zu sehen, bzw. sie darüber erzählen zu hören. Speziell wenn es darum geht einen geeigneten Kandidaten zu finden, denn nichts lässt einen Menschen mehr leuchten und aufblühen als wenn er über ein Thema sprechen kann für das er sich wirklich interessiert.

Damit schließt sich der Kreis zu meinem Motto: …mit einem Lächeln zur Arbeit.

Ist dem so und berichten, wie im Fall von PASS Menschen die mit Microsoft-Produkten wie hier dem SQL-Server, arbeiten von ihrem Job spürt man welche Begeisterung dahinter stecken kann.

p.s.: Natürlich sind die Besucher ob ihres Wissen im Moment hoch begehrte Fachkräfte, aber ich habe mir selbst die Beschränkung aufgegeben, zwar zu sagen wie ich beruflich aufgestellt bin, dort aber nicht aktiv auf Kandidaten zuzugehen.

 

06. September 2013 von Claus F. Berthold
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